Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 35 - 27.10.2016

Azubi-Ticket für mehr Mobilität

In den kommenden Tagen werden die Ausbildungsmarktzahlen der Agentur für Arbeit veröffentlicht. Dabei werden voraussichtlich nicht die vielen BewerberInnen, die keinen Ausbildungsplatz bekommen haben, sondern die nicht besetzten Ausbildungsstellen in den Vordergrund gerückt. Für die vielen jungen Menschen, die erfolglos in diesem Jahr die duale Ausbildung einsteigen wollten, ein denkbar schlechter Start ins Berufsleben. Auf der anderen Seite ist es natürlich bedauerlich, wenn die Betriebe ihre Ausbildungsstellen nicht besetzen können, doch gilt es genauer die vielschichtigen Ursachen dafür zu betrachten. Oft ungenannt sind schlechte Ausbildungsbedingungen in bestimmten Berufszweigen. Meist zitiert werden in diesem Zusammenhang die vielen ungeeigneten BewerberInnen und die mangelnde Mobilitätsbereitschaft der jungen Menschen. Dabei wird außer Acht gelassen, dass das Ausbildungsentgelt in den meisten Fällten nicht für eine arbeitsplatznahe Wohnung oder für den Unterhalt eines Autos reicht. „Wir brauchen endlich ein NRW-Azubi-Ticket, das allen Azubis, ähnlich des Semestertickets für die Studierenden, eine bezahlbare Mobilität in ganz NRW ermöglicht. Damit bekommen die Jugendlichen die Chance Ausbildungsplätze in regionaler Entfernung vom Wohnort anzunehmen und es verbessert ihren Aktionsraum zur gesellschaftlichen Teilhabe.“, begründet die stellvertretende DGB Regionsgeschäftsführerin Anne Sandner die Forderung der Gewerkschaftsjugend. Vielleicht auch aus Sicht der Wirtschaft eine sinnvolle Initiative, um dem von ihr angeführten Fachkräftemangel entgegen zu wirken.


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