Deutscher Gewerkschaftsbund

internationaler Frauentag 2013

Frauen leben länger - aber wovon?

Um gerechte Löhne, gesicherte Arbeitsverhältnisse und eine armutsfeste Rente geht es den DGB-Frauen zum diesjährigen Internationalen Frauentag. In einer Anzeigenkampagne zum Thema Minijobs, beim Erwerbslosenfrühstück und bei der Straßenaktion am 8. März, bei der  traditionellen Matinée mit Kabarett am 10. März und der Filmvorführung am 21. März spielen diese Themen ihre jeweils eigene Rolle.

7,5 Millionen Menschen in Deutschland arbeiten in Minijobs, die meisten davon sind Frauen. Vielen Frauen erscheinen Minijobs als gute Gelegenheit, Arbeit und Familie miteinander zu vereinen. Aber Minijobs entpuppen sich meist als Armutsfalle und berufliche Sackgasse. Nur wenigen gelingt über einen solchen Job die Rückkehr in den ersten Arbeitsmarkt. Und die Stundenlöhne liegen überwiegend unter 8,50 Euro. Mini-Jobs führen zu Mini-Renten. Diese Beschäftigungsform ist für Arbeitgeber auch darum attraktiv, weil viele der Betroffenen nicht wissen, dass die gesetzlichen Arbeitsrechtbestimmungen auch für sie gelten.

Über diese Zusammenhänge informieren die DGB-Frauen beim Erwerbslosenfrühstück ab 10.00 Uhr in Luthers Waschsalon am 8. März, das der DGB-Arbeitskreis „erwerbslos+aktiv" organisiert. Ruth Sauerwein referiert dort zum Thema „Frauen leben länger - aber wovon? Vom Minijob zur Armutsrente". Darum geht es auch am Nachmittag, wenn die Gewerkschaftsfrauen ab 15 Uhr durch die Innenstadt ziehen. Die Matinée am Sonntag, dass am 10. März ab 10.00 Uhr mit einem Brunch startet, führt auf eine feministische Zeitreise. Isabel Rohner, Nikola Müller und Gerd Buurmann erinnern an Hedwig Dohm, die im 19. Jahrhundert für Frauenrechte, Bildung und gerechte Löhne eintrat. Gleichzeitig sammeln die ver.di-Frauen Unterschriften für die EU-Petition „Wasser ist ein Menschenrecht". Die Spenden des Vormittags gehen an das Hagener Frauenhaus. In dem Film „Die 1000-Euro-Generation", der von den IG-Metall-Frauen am 21. März um 19.00 Uhr im Kino Babylon gezeigt wird, geht es um die junge Generation, die den Start ins Berufsleben oft genug in prekären Beschäftigungsverhältnissen beginnt.

Plakat internationaler Frauentag in Hagen 2013

DGB Hagen

 

 

einige kurze Eindrücke

 

internationaler Frauentag

DGB Hagen

285 Euro Spenden kamen am Sonntag, dem 10. März, beim Brunch der DGB-Frauen im Kulturzentrum Pelmke für das Frauenhaus zusammen. Ein Zeichen dafür, dass bei den rund hundert Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowohl das umfangreiche Buffet als auch das Programm samt „feministischer Zeitreise“ gut angekommen war. Bis zum Sonntag hatten die Gewerkschaftsfrauen bereits zwei weitere Aktionen zum Internationalen Frauentag erfolgreich gestaltet.

 

internationaler Frauentag

DGB Hagen

Der Startschuss fiel am 8. März um 10 Uhr in „Luthers Waschsalon“. Der DGB-Arbeitskreis „erwerbslos + aktiv“ hatte zum Frauenbrunch eingeladen, und rund 30 Frauen kamen, um sich über Minijobs und die Folgen für die Rente zu informieren. Ruth Sauerwein referierte zum Thema „Frauen leben länger – aber wovon?“ Ihre Forderung: Minijobs müssen abgeschafft werden. Frauen brauchen Arbeitsplätze, die von Anfang an sozialversichert sind.

internationaler Frauentag

DGB Hagen

 

 

Am Nachmittag des 8. März wiesen die Gewerkschafterinnen mit Regenschirmen, fair gehandelten Rosen und Flugblättern auf die Versorgungslücke hin, die Minijobs in die Rentenansprüche reißen. Das Flugblatt informierte zum einen darüber, welche Rechte Minijobberinnen haben, erläuterte aber gleichzeitig, warum sie für Frauen oft genug eine Sackgasse sind.

 

 

internationaler Frauentag

DGB Hagen

 

 

Isabel Rohner, Nikola Müller und Gerd Buurmann nahmen die Gäste mit auf die „feministische Zeitreise“. Mit Witz und Wissen berichteten sie aus dem Leben und Wirken von Hedwig Dohm, einer engagierten Frauenrechtlerin des 19. Jahrhunderts. Vielen im Saal war diese Frau, die sich gekonnt auch mit Nietzsche anlegte, unbekannt. Zu Unrecht, war das einhellige Urteil. Beeindruckend ihr Gedicht gegen den Krieg, das sie 1916 im Alter von 85 Jahre verfasste.

 

 

internationaler Frauentag

ver.di

 

Im Rahmen der Veranstaltung wurde außerdem über die Kampagne „Wasser ist Menschenrecht“ informiert. Für dieses europäische Bürgerbegehren gegen die Privatisierung der Wasserversorgung konnte Heike Medeke viele Unterschriften sammeln.

 

 

 

 

Eine Veranstaltung im Rahmen der Frauenwochen im März steht noch aus. Die IG-Metall-Frauen zeigen am Donnerstag, dem 21. März im Kino Babylon den Film „Die 1000-Euro-Generation“. Dieser Film beschreibt eine Generation, die trotz bester Ausbildung am Anfang ihres Berufslebens mit prekären Beschäftigungsverhältnissen abgespeist wird.


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